Wenn das Wunschdenken zur Mangelfalle wird

Es gibt eine Sache, an der du auf der Suche nach Veränderung im Leben garantiert nicht vorbeikommst: an den lauten und vielversprechenden Manifestations-Coaches und Mindset-Gurus – speziell auf Facebook & Co.

Die Botschaft klingt ja aber auch wirklich verlockend einfach: „Du musst es nur fest genug wollen, klar visualisieren und jede Sekunde des Tages positiv denken, dann kommt der Erfolg von ganz allein.“

Und was machen wir?
Wir nehmen diese Botschaft beim Wort – pflichtbewusst und verantwortungsvoll, eh klar. 😉

Wir setzen brav alles um, was von uns verlangt wird:

🔶 Wir notieren Ziele.
🔶 Wir basteln bunte Vision-Boards.
🔶 Wir schreiben fleißig Dankbarkeitstagebuch.
🔶 Wir sprechen morgens, mittags und abends auswendig gelernte Affirmationssätze.
🔶 Wir drillen unsere Gedanken auf Erfolg.

Doch hinter den Kulissen brodelt es, unter der Oberfläche dampft es gewaltig.

Wenn Affirmationen & Co Druck im Inneren erzeugen

Blöd nur, dass die Manifestations- und Mindset-Arbeit oft nur eins erzeugt: Druck (meist unbewusst und lange unerkannt).

Wenn sich der versprochene Erfolg trotz aller mentalen Akrobatik nicht innerhalb eines bestimmten Zeitraums einstellt, erhöht sich der Druck.
Und mit jedem Tag, der vergeht, und an dem sich der ersehnte Erfolg nicht einstellt, das angestrebte Ziel nicht erreicht wird, steigt er weiter an.
Natürlich meldet sich irgendwann im Laufe dieses Mindset- und Manifestationsverfahrens unser altbekannter Freund, der Jammerlappen, zusätzlich zu Wort (er kann einfach nicht anders 😁).

Und jetzt wird’s öha:
Wenn der Druck im Inneren zu hoch wird und der Jammerlappen in dir den Ton angibt, geht irgendwann gar nichts mehr.
Da hilft die größte mentale Anstrengung bei aller Liebesmüh nicht mehr weiter.

Das glückliche, erfüllte und erfolgreiche Leben rückt in weite Ferne.
Stattdessen schleichen sich Erschöpfung und dieses zermürbende Gefühl von Versagen ein.
Und unsere innere Stimme (der Jammerlappen, who else?), bewirft uns im Minutentakt mit Selbstabwertungs- und Schuldumkehrgranaten.
Das kennst du vielleicht, oder?

Wenn das Wunschdenken zur Mangel-Falle wird

Wenn du Sätze formulierst wie „Ich will erfolgreich sein“, „Ich will XY Euro im Monat verdienen“ oder „Ich werde am Tag X das und das haben“, passiert in deinem Unbewussten etwas Paradoxes:
Es schaltet auf Defizit um, denn weder dein Unterbewusstsein noch dein Nervensystem verstehen in dem Moment „Da kommt bald Fülle“.
Nein, so verstehen sie das nicht, ganz im Gegenteil sogar.
Sie hören: Hilfe, wir befinden uns im Defizit. Wir sind im Mangel! 🚨

Während du also mit deinem Verstand versuchst, die bestmögliche Version deines Lebens mit höchster Disziplin und echtem Ehrgeiz zu visualisieren und dich selbst zum gefeierten Star (wofür auch immer) gedanklich hoch zu pushen, feuert dein System im Hintergrund permanent das Signal:
„JETZT aber bin / habe ich es nicht.“

Und damit hast du etwas begonnen, was du eigentlich so gar nicht wolltest.
Du manipulierst dich im Kreis und manifestierst unbewusst genau das, wovor du eigentlich flüchten willst: Mangel.

Ob du es wahrhaben willst oder nicht:
Das ständige Schielen auf dein imaginäres, zukünftiges Über-Ich trennt dich vollkommen von deiner realen Kraft im Hier und Jetzt.
Du siehst einfach nicht (mehr), was du eigentlich alles schon hast und wie toll du bist, weil du deinen Fokus nur auf das lenkst, was du gerade noch nicht hast oder wer du sein möchtest (und dein biologisches System reagiert da beinhart drauf).

Mind- und Body-Shift gefällig?

Echte Veränderung beginnt nicht beim hoffnungsvollen Wünschen und ehrgeizigem Visualisieren, schon gar nicht dann, wenn’s ausschließlich im Kopf stattfindet. Sie beginnt zunächst beim radikalen Ankommen in der Gegenwart – gedanklich und körperlich.

Sie beginnt dort, wo du aufhörst, vor deiner aktuellen Realität wegzulaufen oder sie mit „Positiv-Denken“-Aktionen zu übertünchen.
Abgesehen davon behaupte ich jetzt mal, dass dein Jetzt gar nicht so mangelhaft ist, wie du glaubst oder – und jetzt kommt er wieder ins Spiel – dir dein Jammerlappen vormachen will. Wollen wir wetten? 🙃😀

Überleg doch mal selbst:
Was wäre, wenn der Schlüssel gar nicht darin liegt, etwas „herbei zu manifestieren“, sondern schlicht und ergreifend darin, das anzuerkennen, was JETZT ist?

Erst wenn du aufhörst, im „Ich will“ oder „Ich werde“ zu leben, löst sich die Mangel-Energie in deinem Inneren auf und dein Feld öffnet sich für Fülle (Erfolg, Glück, Liebe – was auch immer du ersehnst). Und das tatsächlich dann sogar automatisch.

Vielleicht magst du dir von heute anstatt der x-ten Affirmation das hier auf den Spiegel schreiben:
Die magischen Türen des Lebens öffnen sich nicht durch das verzweifelte Streben nach der Zukunft.
Sie öffnen sich erst in dem Moment, in dem du aus tiefstem Herzen sagen kannst:
„Ich bin ABC und ich habe XY. Das erkenne ich an, dafür bin ich dankbar, das steht mir zur Verfügung – hier und jetzt.“

Und dann schau einfach mal weiter, easy und entspannt – ohne Zieldefinitionsphrasen, ohne Affirmationsübungen, ohne zwanghaftes Positiv-Denken.

Von Herzen 💕
Alexandra

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Ich begleite als Systemische Mentorin selbstständige Frauen, weibliche Führungskräfte und Macherinnen durch tiefgreifende, existenzielle Lebensumbrüche.

Auf meinem Blog teile ich Gedanken, Erfahrungen und Beobachtungen und plaudere auch gern mal aus meinem Nähkästchen.

Meine Blogartikel werden vom Jammerlappen begleitet – der Comicfigur, die ich Anfang 2025 entwickelt habe, um innere Muster und Selbstsabotage-Mechanismen humorvoll-provokant in Szene zu setzen.

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