Warum Neujahrsvorsätze nicht halten können – und was das mit dem Jammerlappen zu tun hat

Hast du heuer Neujahrsvorsätze gemacht und wie viele davon hast du schon wieder über den Jordan geschickt? Ich stelle jetzt mal die Behauptung auf, dass die meisten Neujahrsvorsätze Mitte Jänner – allerspätestens Ende Jänner – bereits wieder der Geschichte angehören. Was aber selten an Faulheit, Disziplinlosigkeit oder schwachem Willen liegt. Vielmehr liegt es daran, dass Neujahrsvorsätze das falsche Werkzeug für die gewünschte Veränderung sind. Abgesehen davon befeuern sie beim Scheitern genau das, was man oft nicht (mehr) will.

Der Denkfehler hinter Neujahrsvorsätzen

Neujahrsvorsätze entstehen fast immer aus einem inneren Mangelgefühl heraus:

🔶 „Ich hab nicht genug.“
🔶 „Ich bin nicht gut genug.“
🔶 „So wie es ist, ist es nicht in Ordnung – anders wäre besser.“
🔶 „So wie ich bin, bin ich nicht in Ordnung, ich muss anders werden.“
🔶 „Er/Sie kann das ja auch, also muss ich das auch schaffen können.“
🔶 „Er/Sie hat das ja auch, also will ich das auch haben.“

Es geht also um zu wenig (Spaß, Kontakt, Geld …) oder auch zu viel (Körpergewicht, Süchte, Social Media, …), nicht (gut) genug – und im Kern um das „anders wäre besser“, meist sogar um „wie die anderen wäre besser“.

Der eigentliche Gedanke dahinter aber lautet:
„Wenn ich mich genug anstrenge, werde ich endlich jemand anderer – und dann werde ich gesehen, anerkannt, geliebt, gehöre dazu und bin sicher.“

Es ist aber so:
Anstrengung ersetzt keine Klarheit, und Bemühen ist nicht das Kind der Selbstverantwortung.

Der Jammerlappen liebt Vorsätze

Vorsätze klingen nach Veränderung, ohne echte Verantwortung zu verlangen – das perfekte Setting für den Jammerlappen.

Solange der Vorsatz existiert, kann man sich nämlich selbst erklären, warum etwas noch nicht funktioniert. Oder besser gesagt: Das erklärt uns der Jammerlappen, eh klar. Für ihn ist ein Vorsatz ein Alibi – keinesfalls eine klare Entscheidung. Und das Scheitern ist für ihn die Bestätigung dafür, dass es gut ist, dass es ihn gibt. (Deshalb liebt er Vorsätze ja so. 😉)

Warum Scheitern vorprogrammiert ist

Vorsätze scheitern, weil sie

🔶 Symptome bekämpfen statt Muster entlarven
🔶 auf Willenskraft setzen statt auf Bewusstheit
🔶 Verhalten ändern wollen, ohne die innere Dynamik zu hinterfragen

Für den Jammerlappen ist das ideal, denn er bleibt davon unberührt.

Was stattdessen wirken würde

Erstens sollte man, wenn man im eigenen Leben etwas verändern oder klären möchte, das nicht nur deshalb tun, weil es tausende Menschen angesichts des Jahreswechsels ebenfalls versuchen.

Und zweitens braucht es dafür zunächst weder Listen noch Zieldefinitionen, Affirmationen oder Selbstmotivationsparolen.

Am Anfang jeder Veränderung – oder jedes Neujahrsvorsatzes, wenn du es weiterhin so halten willst – steht eine einzige, ehrliche Frage, die nur durch Selbstbeobachtung und Reflexion geklärt werden kann:
Wo sabotiere ich mich selbst – und wodurch wird diese Selbstsabotage ausgelöst?

Der Jammerlappen und die mit ihm verbundenen inneren Muster, Macken und Marotten verschwinden nicht, wenn du gegen sie antrittst oder sie überlagerst.

Der Jammerlappen in dir verliert seine Macht, wenn du ihn erkennst, dir seiner bewusst wirst, das damit verbundene Thema (die Kränkung, die Verletzung, die Belastung – by the way liegt alles davon in der Vergangenheit 😉) annimmst und die damit in Verbindung stehenden hinderlichen Mechanismen durchschaust.

Nur so verliert der jeweilige Jammerlappen-Anteil in dir seine Macht.

Nur so wird echte Veränderung möglich, unabhängig davon, ob sie in Form von Vorsätzen fürs neue Jahr oder einfach zwischendurch angepeilt wird – und das oft sogar schneller und mit viel weniger Anstrengung, als du es bis heute gewohnt warst.

Von Herzen 💕
Alexandra

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Ich bin Alexandra Glander –
psychologische Beraterin, Supervisorin und kreative Prozessbegleiterin.

Mit dem von mir entwickelten psychosozialen Deutungs- und Arbeitsmodell „Der Jammerlappen“ begleite ich Menschen dabei, destruktive innere Dynamiken zu erkennen und zu verändern.

Das Modell verbindet Tiefe mit Humor, Provokation mit Herz und Kopf mit Gefühl – eine Kombination, die selbstsabotierende Muster schneller sichtbar und leichter veränderbar macht.

Ich stehe für gelebtes Self-Commitment und für radikal-ehrliche Selbsterkenntnis, die manchmal schmerzt, aber immer befreit.

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